Personalratsarbeit | Aktiv an Gymnasien

Die GEW Hessen vertritt die Interessen der Kolleginnen und Kollegen an Gymnasien

Die Corona-Pandemie und damit einhergehende Schulschließungen, Formen von Distanz- und Wechselunterricht haben auch an den Gymnasien zu erheblichen Problemen geführt, die nicht nur Mehrarbeit erzeugten, sondern auch die drastische Unterversorgung der Schulen bei der digitalen Ausstattung offensichtlich gemacht haben. Entsprechende Forderungen hierzu hat die GEW wiederholt und für alle Schulformen erhoben und  erhebt sie auch weiterhin.
 
Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe I ein Gymnasium besuchen, hat sich weiterhin deutlich erhöht. In Hessen liegt die Quote mittlerweile bei etwa fünfzig Prozent.

Die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft erfordert stärkere Individualisierung und ein Eingehen auf unterschiedliche Interessen, Lernvoraussetzungen und kulturelle Unterschiede. Dies ist in Lerngruppen mit oftmals dreißig Schülerinnen und Schülern jedoch kaum möglich.

Inklusion findet auch im Gymnasium statt. Für eine gelingende Umsetzung müssen den Gymnasien feste förderpädagogische Lehrkräfte sowie ggf. Eingliederungshilfen zur Verfügung stehen, damit die personelle Kontinuität gewährleistet wird. Maßgebliche Voraussetzung für eine gelingende Zusammenarbeit sind regelmäßige Kooperationszeiten außerhalb der Unterrichtszeit.

Ein Gymnasium, das Chancen bietet, unterschiedliche Voraussetzungen kompensiert, individuelle Zugänge ermöglicht und eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung fördert, kann nur erfolgreich sein, wenn „Förderung“ ein durchgängiges Grundprinzip darstellt. Dafür ist eine 110-prozentige Zuweisung, wie sie die GEW seit langem fordert, unabdingbar.

GEW-Engagement ist erfolgreich! Denn:

Die Modalitäten der Notenfindung in der mündlichen Abiturprüfung wurde entsprechend einer langjährigen Forderung der GEW verändert: Hier gilt endlich das Mehrheitsprinzip und nicht mehr das alleinige Entscheidungsrecht der Prüfungsvorsitzenden.

Die geplanten Ressourcen-Kürzungen für die Q1–4 wurden nach massiven Protesten der GEW zurückgenommen. Sie bestehen allerdings noch weiterhin für die E-Phase. Klar ist: Diese müssen ebenso wieder abgeschafft werden, um kleinere Kurse zu ermöglichen. Auch im Kontext der Verdichtung der Abiturphase seit diesem Jahr besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Abitur ab 2021

Die ursprünglichen Planungen des HKM, das schriftliche Abitur ab 2022 nach den Osterferien durchzuführen, wurden coronabedingt dahingehend modifiziert, dass dies bereits in diesem Jahr umgesetzt wird, um den Zeitverlust kompensieren zu können.

Diese Verschiebung hat eine erhebliche Verdichtung von Arbeit zur Folge, da die Osterferien nicht mehr zur Korrektur genutzt werden können und die Vorbereitung der mündlichen Prüfungen parallel zur Korrektur erfolgen muss. Das geplante Ende der Kursphase für die Q4 vor den Osterferien kann die fehlende Korrekturzeit in den Ferien in keiner Weise kompensieren. Das HKM hat es über Monate hinweg versäumt, auf die Frage der Arbeitsverdichtung der Lehrkräfte Antworten zu geben.

Gleiches gilt leider ebenso für die Modalitäten des LA 2021: Trotz wiederholter Aufforderung der GEW hat das HKM bis zuletzt die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler darüber im Unklaren gelassen, welche coronabedingten Modifikationen für das Zentralabitur 2021 geplant sind.

Die GEW fordert

  • die landesweit verbindliche Festlegung von Korrekturtagen statt „Empfehlungen für Schulleitungen“, wie das HKM sie plant. Die „Empfehlungen“ würden letztlich nur dafür sorgen, dass die Frage der Entlastung von Korrigierenden vom „guten Willen“ der Schulleitungen, von den Ressourcen vor Ort und von der Durchsetzungsfähigkeit der Schulpersonalräte abhängig ist.
  • keinen Einsatz im Bereich der Vertretung für Korrigierende (auch keine „Stattstunden“) und eine entsprechende Aufstockung der VSS-Mittel.
  • die Abschaffung der externen Korrekturen, die ohnehin lediglich zusätzlichen Aufwand für Lehrkräfte und keinen weiteren Erkenntnisgewinn erbringen.
  • die Bereitstellung von zusätzlichen Studientagen im verdichteten Abiturbereich.
  • die perspektivische Rückkehr zu vier Abiturprüfungen, wie es in vielen Bundesländern nach wie vor gängige Praxis ist.

Es ist möglich und zu hoffen, dass das HKM nach Drucklegung dieses Flyers zumindest zu den ersten beiden Punkten Regelungen im Sinne der Lehrkräfte getroffen hat.

Wir machen uns stark für

  • ein Gymnasium, das Chancen bietet, unterschiedliche Voraussetzungen kompensiert, individuelle Bildung und eine ganzheitlich Persönlichkeitsentwicklung fördert.
  • niedrigere Klassenobergrenzen und die Reduzierung der Pflichtstunden.
  • ausreichend personelle, räumliche und sächliche Ressourcen.
  • ein deutlich erhöhtes Schuldeputat, aus dem die in den letzten Jahren hinzugekommenen Aufgaben angemessen entlastet werden können und das frei von Aufgaben der Schulleitung ist.
  • eine Klassenleitungsstunde, die in doppelter Anrechnung zugewiesen wird, so dass die Klassenleitung im Team ermöglicht wird.
  • ausreichende Ressourcen für die durch die Digitalisierung entstehende Arbeit, regelmäßige Wartung durch kompetente Administration, um Planungssicherheit zu gewährleisten.
  • eine stärkere Reduzierung der Pflichtstunden bei mehr als fünf Stunden Oberstufeneinsatz.
  • die Abschaffung von Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten, da sie lediglich den Arbeitsaufwand erhöhen und für den schulischen Erfolg von Schülerinnen und Schülern gänzlich wirkungslos bleiben.

Bei den Personalratswahlen am 4. und 5. Mai: GEW wählen!